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19.02.2010
| 12:38
Zustand: erfreut
Musik: Betontod - Sexy Blutsommer '89

GlaubeLiebeHoffnung
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In diesem Beitrag wirds um das neue BTD-Album gehen. Wen das nicht so interessiert, der sollte lieber erstmal Dannys ersten SA-Blogeintrag lesen!

 

So, da bin ich nun und halte voller Freude das neueste Album von einer meiner Lieblingsbands - Betontod - in den Händen! Ich hab die Scheibe im Saturn gekauft und hatte gerade noch Glück gehabt - ich hab das letzte Exemplar bekommen, im größten Saturn am Alex ist die CD schon mal ausverkauft!



Na ja, gut, seien wir mal ehrlich. Es spielte sich ungefähr wie folgt ab..

Ich bin optimistisch zur CD-Abteilung dieses durchaus widerwärtigen Großkonzerns gegangen, habs unter "CD-Neuheiten" gesucht, nicht gefunden und dann einen langhaarigen Mitarbeiter angesprochen.

"Äh, 'schulligung, ich such das neuste Album von Betontod und -"
"BetonWAS?!"
"Betontod."
"Kenn' ich nich'."
"Ja, heute ist ihr neuestes Album erschienen, und ich hab gelesen, das soll gar hier im Saturn erhältlich sein."
"Kenn' ich nich'."
"Aha."
"Frag' ma den Typen da am Computer, der kann nachgucken, ob wir das auf Lager haben, >erhätlich sein< kann ja auch heißen, dass es bestellbar ist."
"Aha. Danke."

Dann bin ich zum PC-Typen, der dann, nach kurzer Verwirrung, im System nachgeschaut hat und es auch fand.
"Jo, da is' genau ein Exemplar von da. Frag' ma den langhaarigen Kollegen da vorne."
"Der hat keine Ahnung, der hat mich zu Ihnen verwiesen."
"Ah. Hm. Das' ja blöd, der räumt die neuen Sachen ein."
"Das' ja blöd."
"Ja. Guck' mal in der Hard'n'Heavy - Abteilung, da müsste das Album stehen."
"Ok. Danke."

Diese Abteilung gab's Gott sei Dank gar nicht erst. :D Aber als ich da wieder so irritiert herumlief, vermutlich mit 'nem riesengroßen Fragezeichen im Gesicht, hat mich der langhaarige Typ noch mal angequatscht, ich hab das dem dann erklärt, was sein Kollege meinte, und - TADAAA - jenes Exemplar auch tatsächlich bekommen - die Scheibe lag bei den noch unausgepackten CDs im Lager. Freudestrahlend lief ich zur Kasse und dann schleunigst nach Hause, die CD ausgepackt und im Discman schon bereit zum ersten Reinhören. Ich bin ja eher so der ungeduldige Kandidat, was sowas angeht.
 


Und jetzt sitz' ich hier und halte das schön gestaltete Digipack in der Hand und höre die CD durch (in der Bahn bin ich nur bis Lied 4 ["Ohne Standpunkt"]. Erster Eindruck ist bisher durchwachsen. Von den ersten Liedern war ich begeistert, aber so richtig viel Abwechslung scheint's nicht so zu geben. Ich mein', gut, das war jetzt auch nicht sooo zu erwarten, weil's bei den Vorgängeralben auch nicht so der Fall war. Aber... Na, ich muss mal schauen. Ich geh alles mal einzeln durch.
 

GLAUBELIEBEHOFFNUNG

Erstes Beschauen des Digipacks positiv. Schön gestaltet, aber nach meinen Prioritäten sind zunächst die Lieder wichtig! Allerdings, soviel sei noch gesagt, bin ich sehr froh, dass das Album nicht nach dem Arbeitstitel >Aggrophonie< genannt wurde, das war dann doch zu aufgeblasen. Aber GaubeLiebeHoffnung find ich ganz gut. 'n bisschen zu random vielleicht, aber im Kontrast mit der Band mit dem rauen und glanzlosen Namen Betontod wirds in ein neues Licht gerückt. Ich finds gut.
 

1. Nichts

Das Lied wurde mit offiziellem Musikvideo im Zuge der Promotion vorab veröffentlicht - der oder die Interessierte klicke hier.
Als ichs das erste Mal gehört habe, war ich... hm. Nicht enttäuscht. Aber auch nicht euphorisiert. Klingt typisch nach BTD, harte Riffs, rauer Gesang, ernstes Thema. Aber das Besondere, das ihm Ohr hängen bleibt, fehlt irgendwie. Soweit mein erster Eindruck. Mittlerweile hab ich das Lied bestimmt schon zehnmal gehört, und ich muss sagen, das is' eins der Lieder, die immer besser werden, je öfter man sie hört. Thematisiert wird, wie sich der intelligente Leser gewiss schon gedacht hat, die innere Leere, depressive Gefühle, die die allermeisten Menschen wahrscheinlich schon mal verspürt haben, wenn auch in unterschiedlicher Intensität.

Ein schwarzes Loch tief in dir // ein dunkles Geschwür // es wächst Tag für Tag // es hat viel zu viel Macht // über dich und dein Leben, über dich und dein Sein // und diese tödliche Stille lässt dich in diesem Leben nie mehr allein!

Doch, auch wenn ichs beim ersten Hören nicht gedacht hätte, gefällt mir das Lied allmählich richtig gut.

07/10


2. Stich ins Herz

Uiui, Herzscheiße. Kitsch?, waren meine ersten Gedanken. Hören. Nein, kein Kitsch. War bei BTD eigtl auch nicht zu erwarten.
Klingt ein wenig nach der Fortsetzung von Nichts, war vom Platz auf der Platte deshalb auch gewiss richtig gewählt. Nachm dritten, vierten Mal hören, bekommt das Lied auch langsam eigene Konturen. Worums geht ist nicht ganz eindeutig, aber ein Rahmen wird gegeben. Grob gesagt gehts um die Lethargie und den Alltagstrott, die/der sich bei jedem viel zu leicht einstellt, sei's in seinem eigenen Mikrokosmos, sei's innerhalb einer Beziehung. Und um die Erkenntnis dieser als solchen, dem Stich ins Herz. Vom Text eigtl ganz gut, musikalisch isses aber irgendwie nicht besonders aufregend. Typisches BTD-Lied irgendwie. Kann man gut hören, aber muss man auch nicht. Kann gut sein, dass ichs nach mehrmaligem Hören noch besser einstufe, aber bislang ist das Lied ziemlich mittelmäßig
(n Problem könnte auch sein, dass ich gedanklich schon ein Lied weiter bin, denn das ist n Knaller!)

05/10


3. Stadt ohne Licht

Also, erster Eindruck war noch gemischt, aber beim zweiten, spätestens dritten Hören entfaltet sich der Bombast des Liedes. Ich fühl mich gerade n bisschen dumm, weil ichs nicht schaffe, das Instrumentarium am Anfang des Liedes zu klassifizieren (Geigen? Müssten mitunter auf jeden Fall Geigen sein!), aber.. nja. Aber dann mit den Marschtrommeln im Hintergrund, sowie beim Refrain den Hintergrund..chören(?), stellt sich schon mal Gänsehautatmosphäre ein. Zu diesem Soundbrett passt die raue, blökende (wie Bine sagen würde ;) ) Stimme des Sängers, Meister, außerordentlich gut.
Es geht textlich ums trostlose Leben im Ghetto, was man aber ebenso allegorisch auffassen kann, als Metapher fürs Leben, je nach Sinn und Verstand. Ganz großes Lied, das hat mich schon mal umgehauen.

10/10


4. Alphatier

Typisch punkiges Lied, laut, schnell, aggressiv! Das Lied hab ich oft schon live gehört, da aber nie den Text verstanden (akustisch, du Arsch) unds fürn bisschen hohl gehalten. Es klagt in guter alter Punkmanier den Egoismus unserer Ellenbogengesellschaft an, dass jeder sich selbst der nächste ist und große Tiere über uns bestimmen, dass man im Mainstream zum Schatten seiner selbst wird. Inhaltlich jetzt also nix Innovatives, aber gut umgesetzt.

Es ist mir sowas von egal, in welche Schublade ich passe // welches Bild du von mir hast, weil ich alles an dir hasse // Wobei Hass nicht das Gefühl ist, was ich fühle wenn ich sehe // wie du Menschen in den Arsch trittst und über Leichen gehst // Doch Alphatier, wir folgen dir! // Mann für Mann in den Untergang!

Doch, ja, das geht ab.

08/10


5. Ohne Standpunkt

Nichtwissen, wo man steht (haha, wer hätte das bei DEM Titel schon gedacht?!), nicht zu wissen, was man will, was Leben, Partnerwahl und alles geht, was man erwarten kann und soll, Irritationen. Lässt viel Interpretieren zu. Gesang des Refrains unterstreicht die leidige Ahnungslosigkeit, in welche Richtung es gehen soll, gut. Bei dem Lied bin ich mir selbst noch nicht wirklich im Klaren, was ich davon halten soll. Auch textlich noch nicht. Orientierungslosigkeit, hmpf. Muss ich noch öfter hören.

06/10, unter Vorbehalt.

Vorbehalt aufgelöst, das Lied rockt! 07/10.


6. Leb' dein Leben!

Oha, vom Titel her befürchte ich ja nun die platte Moral-Stehauf-Keule, die ich selbst viel zu oft schwinge. Mal sehen.
Musikalisch stellt sich erstmal eine spannungsvolle, leicht melancholische Atmosphäre ein mit Haudrauf-Begleitmelodien. Ernster, nachdenklicher, im Unterton leicht enttäuschter Gesang. Soweit gut. Ah. Refrain. Dieses "Leb dein Leben! LEEB DEIN LEBEEEN!!" bleibt erstmal unangenehm hängen, weils doch zu platt wirkt. Aber bei genauerem Hinhören machen die Strophen diesen Eindruck wieder wett. Der Text ist lakonisch, schonungslos. Das find ich richtig gut.

Wie siehst du wieder aus? Was bist du fett geworden! // Einen Großteil deiner Zeit verschwendest du mit deinen Sorgen // Die Schönheit eines Augenblicks, es ist ein kleiner Schritt // Und wenn du einmal fällst, denk daran - wieder aufzustehen!

In diesem Sinne ist der Refrain auch der konsequente, lakonische Aufruf und nicht mehr ganz so stumpf, wie's mir anfänglich schien.

Hm... schwer zu beurteilen. Schon gut. Aber auch nicht überragend. Irgendwas zwischen 6 und 7 Punkten. Ach, scheiße, ich führ die Dezimalstellen ein.

Nein, doch nicht.

7/10


7. GlaubeLiebeHoffnung

Oho, Titeltrack. Die Erwartung ist groß, schließlich war der Titeltrack des letzten Albums (>Schwarzes Blut<) ein 10/10-Song.

Hm. Es geht mal wieder um den Knackpunkt einer Beziehung, die anfängliche Euphorie ist weg, man ist im Begriff sich zu verlieren. Wo gehts hin? Himmel oder Hölle? ... Oft thematisiert, auch von dieser Band, von daher ist sn bisschen ausgelutscht, zudem find ich den Refrain musikalisch nicht so gelungen. Die Strophen sind textlich ganz schön, vor allem die zweite. Aber aufgrund des oft behandelten Themas erzeugt das Lied gerade kein besonderen Freudestaumel bei mir, innerlich. Deshalb fällt die Bewertung erstmal entsprechend mau aus, die zweite Strophe rettet das Lied erstmal in die Mittelmäßigkeit. Schade. Aber es hat immer noch einen schönen Titel.

05/10


8. Ewigkeit

Gewichtiger Titel, dem das Lied leider nicht gerecht wird. Es geht um Freundschaft, den Zusammenhalt trotz der individuellen Mängel, die jeder hat. Das ist erstmal ganz schön, ist textlich aber nicht so innovativ manifestiert. Außerdem nervt dieser "Oleoleole"-Gesang im Hintergrund beim Refrain tierisch, weil das nun wirklich äußerst langweilig klingt. Kann vielleicht noch ganz schön sein, wenn man besoffen ist, ich mein, das Thema ist wichtig und gut. Der Text der zweiten Strophe ist eigtl ganz gut

[...] // Doch bleib nicht stehen // gehst du weiter, wirst du sehen // und vielleicht auch bald verstehen // dass es das Ziel ist, das uns treibt // gib nicht auf, es kommt die Zeit // der Kampf wird nie vorübergehen // doch sieh dich um,  du wirst alle deine Weggefährten sehen!

Allgemein n ganz guter Text. Aber o Mann, dieses "Oleoleole", das am Ende ncoh viel zu häufig kommt, ist wirklich unterirdisch. Ich schwanke zwischen 4 und 5 Punkten. Man kanns ja gut hören das Lied, und der Text überzeugt immerhin auch teilweise. Aber mehr als n Lückenfüller ists leider doch nicht. Mittelmaß, mal wieder.
...
Dieses "Ole ole ole" ist wirklich unterirdisch. Mehr als 4 sind da nicht drin.

04/10


9. Land in Sicht

Ein schönes Lied! Strophen mit akustischer Gitarre untermalt, elaborierter Text. Mit der Interpretation will ich mich mal nicht zu weit aus aus dem Fenster lehnen, weils ein sehr allegorischer, polysemer Text ist. Melancholisch nostalgische Gefühle werden geweckt, Katharsis, aber wie! Ich würds am ehesten als Metapher des Potenzials und der Planlosigkeit auf die Menschheit, die normale Menschlichkeit deuten, im großen und kleinen Sinne. Auf jeden Fall ein Lied, das nicht so schnell langweilig wird. Ich hatte eingangs einen Auszug aus der ersten Strophe dieser Liedbewertung vornherangestellt, aber wieder gelöscht, weil man den Text als Gesamtkunstwerk betrachten muss.

09/10


10. Club der Reichen

Gut, bei dem Lied braucht man wohl kaum erklären, worum es inhaltlich geht. Linkspolitisches Lied, gefällt mir ziemlich gut. Gott sei Dank verzichtet die Band hier auch weitestgehend auf plumpe Phrasenwerferei. Es geht hauptsächlich um die dekadenten Reichen, die sich in ihrer Dekadenz suhlen und nicht drauf achten, was für Abfall sie links und rechts ihres Weges erzeugen. Gutes Lied, geht ins Ohr, mit hohem Wahrheitsgehalt.

08/10
 

11. Sexy Blutsommer '89

Das! ist doch mal ein Titel! :D Nostalgischer Rückblick auf die Vergangenheit mit Wohlfühlarrangements. Die Assoziation mit Bryan Adams "Summer of '69" dürfte ziemlich gewollt sein, die Selbstironie im Titel tut da ihr Übriges. Schöne Hymne auf gute Zeiten, die man erlebt hat, aber sonst auch nicht allzu aufregend.

Ein heißer Sommer, die Nächte waren lang // doch viel zu kurz um zu erleben, was geschah // so explosiv und viel zu nah // es schien real und doch nicht wahr // und die Angst vor Konsequenzen war mir sowas von egal...

Souveränes Lied.

07/10


12. Faktor Mensch

Faktor Menschlichkeit, der fehlt. Durchdachter Text, eingängiger Refrain, nicht zu starke Phrasendrescherei. Erster Eindruck ist sehr positiv. Außerdem wird die Thematik (böser Kapitalismus, Humanität bleibe außen vor) nicht platt einseitig betrachtet, auch wenn die Quintessenz klar ist, gefällt mir sehr gut. Leider ist der Text vom lyrischen Aspekt aus betrachtet nicht gerade rund, da hätten sie sich noch mehr Arbeit machen können. Aber insgesamt musikalisch schnell, hart, kompromisslos. Doch, ein sehr schönes Lied!

Es geht nach oben, geht nach vorne // wir können nicht mehr zurück // um den Gipfel zu erreichen, fehlt nur noch ein Stück // es geht nach oben, geht nach vorne // was zählt ist der Gewinn, wir schau'n schon lang nicht mehr zurück // es fehlt nur noch ein kleines Stück

09/10


13. Nimmerland

Das letzte Lied der Platte ist noch mal richtig gelungen.

Das Neuste vom Tage // haben wir doch gestern schon gesehen // nichts Neues, das fordert // wir bleiben alle brav still stehen // das was wir erwarten, wird vorgedacht und vorgelebt // wir warten auf Neues, bereit den Weg ins Nichts zu gehn!

Schnelles Stück, Musik und Gesang geben sich die Hände, klappt gut. Auch eignet sichs gut als letztes Stück, um den Hörer wieder in sein eigenes Leben zu geleiten. Vom Text her nicht allzu anspruchsvoll, aber rund und in sich geschlossen. Gefällt mir sehr gut!

09/10
 

Artwork

Dafür geb ich keine Punkte, aber ist schlicht und schön gemacht. Allerdings nervts mich sehr, dass die Texte im Booklet teils einfach falsch sind (Meister singt anderes, als das, was da steht) und hie und da mit Fehlern gespickt sind. Und außer zwei Extrafotos sieht man auch nicht mehr von der Band als die Promofotos, die im Internet kursieren. Auch ein wenig schade, aber mir im Endeffekt egal - die Musik zählt.

 

Fazit:

... und die Musik überzeugt. Man muss sich die Lieder unbedingt mal aktiv anhören, denn wenn mans nur nebenbei laufen lässt, ist man vielleicht von dem des Öfteren doch sehr gleich klingenden Gesang gelangweilt, ohne die zumeist wirklich guten Texte wahrzunehmen. Außerdem wird man dann doch deutliche Unterschiede feststellen können.
Es ist, wie von BTD gewohnt, ein konsequent düsteres Album, das eine grimmige Euphorie ausstrahlt. In sich wirkt es, auch wegen eines guten Anfangs- und Endstücks, geschlossen und rund, was vor allem im Großen und Ganzen einen guten Eindruck hinterlässt. Zwischendurch gibts nur leider ein paar Hänger, >Ewigkeit< und das Titelstück haben Potenzial, das leider nicht adäquat ausgeschöpft wurde. Schade. Außerdem sollte man ein bisschen Lust auf Apokalypse haben, Leute, die in der Musik den Weltfrieden such, könnten vielleicht enttäuscht werden. Es sei denn, man kanalisiert durch die Musik seine Wut, um Frieden mit sich selbst zu finden. Das kann wiederum ganz großartig funktionieren.

Insgesamt fällt auf, dass sie sich weiterentwickelt haben, ohne dabei den BTD-Charakter verloren zu haben. Solange Meister singt, wird das, glaub ich, auch nicht passieren. :> Ne schöne Scheibe, an der man auch gut seine Aggressionen abarbeiten kann. Die beinhaltende Gefühlspalette des Albums kommt mir und meiner derzeitigen Gefühlslage auch sehr entgegen, ich werd das Album erstmal rauf und runter hören. Mal sehen, wie schnell es mir langweilig wird, daran erkennt man ja eigtl erst den wahren Wert eines Albums!

Rechnerisch kommt eine 7,3/10 heraus, was sich schon mal sehen lassen kann. Könnte sein, dass das Album aber noch an Wert gewinnt, weil ich manche Lieder vielleicht doch noch besser bewerte nach mehrmaligem Hören.

-> 7,3 / 10

 

Und wer bis hierher mitgelesen hat, der verdient meinen Respekt, schließlich gehts um Musik, die die meisten von euch nicht mal leiden können. :D

Mehr demnächst.

 

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Heut hast du Glück gehabt,
heut wurdest du verschont,
doch morgen schon wirst du sie wiedersehen
und du kannst dich dem Kampf nicht entziehen!

Stadt ohne Licht, Stadt ohne Leben
und der Preis, den du zahlst, ist wie immer zu hoch.


Betontod - Stadt ohne Licht

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15.02.2010
| 17:38
Zustand: okay
Musik: Netzwerk - Pogo-Pinguine

Ich will alles und noch viel mehr!
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.. um mal die alten Herren und Damen von den Mimmi's zu zitieren. :]

Ja, was gibt es zu erzählen? Ich bin ganz gut drauf, obwohl ich nach wie vor 'ne Menge Ärger mitm BAföG-Amt habe, morgen gehts in die nächste Runde, da könnt ihr mir Glück wünschen, wenn ihr Langeweile habt. Am besten so zwischen 10 und 13 Uhr! Ansonsten fröne ich immer noch meinem enthaltsamen Dasein, was ganz schön ist, aber auch nicht besonders spannend. Aber ich schmiede Pläne für die Zukunft, ich glaube wirklich, 2010 wird mein Jahr, da bin ich knallhart optimistisch. Sowohl beruflich als auch privat, heute habe ich schon an meiner Hausarbeit geschrieben, war schwimmen, hab gefrühstückt und Zeitung gelesen - immerhin. Sehr amüsiert hat mich 'ne auf der Meinungsseite abgebildete Karikatur des heutigen Tagesspiegels, ich war mal so frei und habe sie abfotografiert.



(draufklicken für größere Darstellung)


Ob ich angesichts der aktuellen bundespolitischen Situation eher lachen oder weinen soll, die Entscheidung steht noch aus. Aber irgendwie witzig ist dieses Desaster ja schon, und vor allem das "Krisenmanagement" unserer Frau Kanzlerin, mal sehen, ob sie's wieder schafft, alles auszuschweigen. Ich glaub ja nicht. Nun, interessant wirds auf alle Fälle.

Ich bin allerdings neidisch, übrigens, denn am vergangenen Freitag und gestern haben die Toten Hosen wieder zwei Konzerte in Argentinien gegeben, Schusta, Nina, Pico und ein paar andere waren (zum Teil wieder) mit dabei. Hach. Und was hab ich gemacht? Hab mir zu Hause (brühheißen!) Tee gekocht und bin früh zu Bett gegangen. Als wäre ich hundertdrei Jahre alt. Seufz. Na ja, der nächste Trip kommt bestimmt. Oh, à propos, an dieser Stelle: Schusta, alles Gute zum dreißigsten! Und Gesundheit und Glück und Segen auf all deinen Wegen, aber sackzement, ich bin trotzdem immer noch neidisch, du Arsch! :)

Am Samstag war ich übrigens mal wieder auf'm Konzert der Band von Matze, Sven und co: Hatless Cat ! Sie waren gewohnt souverän (vor allem für den kurzen Bestand der Band), war schön. :) Und auch wenn der Ballsaal-Ska nicht auf direktem Wege mein musikliebendes Herz höher schlagen lässt - deren Musik ist nicht nur für Ska-geneigte Hörer zu empfehlen! Hört ma rein, das erste Lied ("Sag' was") auf der myspace-Seite kann ich direkt empfehlen, wenn auch eigtl eher live, die Quali ist echt n bisschen beschissen (Proberaumaufnahme).
Danach war ich noch auf Kais Einweihungsparty nichtbieretrinkend bis morgens um 5. War dann auch nich' so doll.

:]

 

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Ah ja, tut mir leid ich war nicht da
hab wahrscheinlich nicht nachgedacht
Zu dumm, denn mein Akku war schon leer
ganz genauso wie letzte Nacht

Mein Tag wird sicher irgendwann noch komm'
und wir werden drüber reden
Ich erklär dir dann wieso, weshalb, warum
und du wirst mich verstehen

... und du wirst sicher gehen!


Pascow - Low Profile Job

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12.02.2010
| 13:32
Zustand: genervt
Musik: ASP - Zaubererbruder

Die Wester-Welle
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Was er sich jetzt geleistet hat, geht auf keine Kuhhaut, und jede private, ernsthafte Gegenargumentation brächte ihm einen Respekt entgegen, den er nicht verdient. Jedem, der 'n Funken Spürsinn für die Realität hat, sollte das klar sein. Widerlicher Typ, einfach widerlich. Mehr gibts da echt nicht zu sagen.
...außer vielleicht: Gott sei Dank repräsentiert er Deutschland! Danke, liebe FDP!
Danke, liebe FDP-Wähler!

 

Klingt leider ein wenig zu sehr nach Spaß, aber dennoch.

 


... bis du brichst.

 

edit:

hihi, es ist wirklich unglaublich. :D

"Auch intern gab es scharfe Kritik an dem Kurs der Liberalen. Zuerst prangerte Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki das Führungschaos an, dann schloss sich der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn an. Das schlechte Bild der schwarz-gelben Koalition im Bund hänge damit zusammen, dass die Liberalen keine ausreichenden Pläne für die Regierungsarbeit entworfen hätten, sagte der Wiesbadener Vize-Ministerpräsident am Donnerstag der "Welt". Hahn, der auch Mitglied des Bundesvorstands seiner Partei ist, sagte: "Wir waren nicht vorbereitet." Es habe für die Zeit nach dem 27. September 2009, dem Tag der Bundestagswahl, ein "Denkverbot" gegeben: "Und das kam vom Parteivorsitzenden." Hahn: "Das war ein Fehler.""

Quelle: SPON

Außerdem hat das Ahne auch sehr schön auf den Punkt gebracht. :]

 

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...eine scheinheilige Sau aus der herrschenden Klasse,
das ist einfach die Selbsterkenntnis.

Die Welt, in der ich lebe,
ist zu eng und viel zu laut,
Die Gewalt in meinem Kopf
ist mir bis ins Detail vertraut.
Wie eine stille Flamme,
die nimmer mehr erlischt,
flüstert sie in meinen Ohren:
Schieß die Kugel ins Gesicht!
Mein Körper ist am Ende,
meine Seele, sie bricht aus;
Ich weiß, aus diesem Kreislauf
komme ich nicht lebend raus.
Ich bin lieber tot und glücklich
als vom Leben kalt erwischt:
Dieser dreckige Planet ist mir die Kugel im Gesicht!


Weena Morloch - Kugel im Gesicht (9mm)

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08.02.2010
| 14:54
Zustand: müd'
Musik: Samsas Traum - Der Riesenraddieb

Augenblicke
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Das Wochenende ist rum. Und IMMER noch nix getrunken. Wahnsinn.

Es war zwar nervig und merkwürdig irgendwie, inner versifften Kneipe eine Sprite zu ordern, aber auch unproblematischer als gedacht. Tja, wer hätte das nun von mir gedacht? Um nicht mehr so viel Aufhebens darum zu machen, setz' ich auch erstmal mit dieser Tag-X-Scheiße aus.
Wochenende war eigtl ganz schön. Nicht spektakulär, aber eben angenehm. Freitagabend Pizza essen mit Schnippel, Laurence und Jussi, Samstagabend Konzert von der Band Bens Bruders, Wutzstock. Die machen Punkrock, und obwohls winzig war da in dem Lokal (mokum), wars echt cool, hat mich ehrlich gesagt auch ein wenig überrascht. Am 26.2.10 spielen Wutzstock in der Greifswalder Straße im Knaack, kann jedem empfehlen, da mal hinzugehen! Ich würd denen echt 'n bisschen mehr Aufmerksamkeit gönnen.

Deshalb auch:

http://www.wutzstock.com

Schaut ma rein, wenn ihr Langeweile habt. Gibt auch ne Menge Hörproben (ich würd spontan mal "Viel nichts bleibt wenig" empfehlen).

Außerdem wars 'ne große Freude, Raimund wiederzutreffen! Den haben wir, Steffen, Schwester und ich, in Argentinien kennengelernt (auch wenn man sich vorher schon mal traf), er war auch als Hosenfan mit 'nem Kumpel zusammen nach ARG für Konzerte und Abenteuer geflogen und ist auch wohnhaft in Berlin. Und nu haben wir's endlich ma hinbekommen, uns ma wiederzusehen, und, was mich besonders gefreut hat, Raimund hat an meine Mütze gedacht! :) Er hat sich n Logo patentieren lassen und das auf Mützen und Shirts usw drucken lassen, und in Bariloche, Argentinien, hatte er Aufkleber dabei ("Kocht die Glatzen bis sie platzen!") und mir versprochen, 'ne Mütze zu schenken, sobald wir uns in heimatlichen Gefilden wiedersehen. :D

Lena links, Raimund rechts (gnöhöhö Na wer kann mir sagen, was hier lustig ist? :D), im Zentrum Bariloches im Nov. 2009

... ich vor 10 Minuten mit der entsprechenden Mütze, danke nochma! :)


 

Und wo wir schon mal dabei sind, weils bisher ja keine Fotos gab...

Das Wichtigste zuerst: In Buenos Aires, einer 14-Millionen-Einwohner-Stadt, sind wir direkt am ersten Tag Andi von den Toten Hosen und seiner Frau zufälligerweise über den Weg gelaufen. Das Foto hat dankenswerterweise Andis Frau geschossen. :)

Steffen im Sprung, auch am ersten Tag auf der Dachterrasse unseres obergenialen Hostels.

Wir in Rosario in der Konzerthalle, kurz vorm ersten Konzert.

Lena, Steffen, ich, Nina, Veronika, v.l.n.r., in der Umgebung Bariloches

Steffen und ich im Tigre Delta (Reichenviertel Buenos Aires), Könige der Welt.

Im Künstlerviertel von BA... Name ist mir peinlicherweise gerade entfallen.

Busbahnhof... Cipoletti? Ich glaube. Alle sind ein wenig durch. Links Steffen, dann Thomas, dann Arndt, Raimund, und dann Ronni, glaub ich. Das Häuflein rechts im Schlafsack ist Vero.

Küntlerisch wertvolles Foto in Bariloche. Von links: Sabine, Nina, Veronika, Lena, Thomas, Steffen.

Steffen, Bariloche.

Unsere Freunde aus Deutschland, mit denen wir uns auch Hostel usw teilten (bis auf mit André und Conni, aber manerkennt ja eh nix, musste es aus studiVZ kopieren... sollte mir mal endlich die Bilder der anderen holen...), nach (oder vor?) dem offiziellen Konzert in BA.

Veronika und ich in Rosario. Na, wer erkennt wen?

... und Steffen. :)

Wir drei im Arbeiterviertel La Boca, BA. Da sollte man unbedingt in der Touri-Ecke bleiben, und auch nur tagsüber. Da kriegt man ganz schnell mal 'ne Knarre an die Schläfe, wurden wir eindringlich gewarnt.

Bariloche, Seengebiet, Steffen und ich.

Ebenso in der näheren Umgebung Bariloches. Die Natur war da schon faszinierend.

Noch ein künstlerisch wertvolles Foto ausm Nationalpark Bariloche, Argentinien. Ohne die rote Mütze wäre Lena bei dieser Auflösung wohl nicht mehr zu erkennen gewesen... :)

Berühmter Friedhof exorbitant reicher Leute, BA. Genauen Namen leider gerade auch vergessen... :/

Im Hostel in BA. Ich fands witzig, als ich die beiden so vorfand.


... das ist kein repräsentativer Querschnitt, nur ein paar Bilder, die mir als erstes in die Hände fielen. Mann, war das geil. Und dieses Hostel in BA, unglaublich geil. Vor allem wegen der Leute. Einerseits den deutschen Hosenfans, die auch dort übernachteten, und andererseits wegen der anderen Besucher aus aller Welt und des Personals. Zwei Nächte lang haben wir wie Wegelagerer im Aufenthaltsraum (im ersten Stock) übernachtet, weil die keine Zimmer mehr frei hatten und wir ursprünglich nur ein oder zwei Nächte da bleiben wollte. Aber dann haben wir die Pläne geändert und wollten im Hostel mit den anderen bleiben. Die haben uns ohne Probleme gelassen, wollten nicht mal Geld haben. Richtig richtig cool. Wieso hab ich davon eigtl keine Bilder gemacht?!

Na ja. Irgendwann werd ich alle Bilder mal nachreichen. Es hat sich in jedem Falle gelohnt.

Weiteres später. :)

 

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Ich hab genug von all den Lügen,
von all der Heuchelei.
Dabei zensiert nicht ihr die Medien,
sie machen euch die Birne weich.


Betontod - Ich will hier raus

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06.02.2010
| 12:43
Zustand: unzufrieden
Musik: BTD - Wenn es einen Gott gibt

Tag 6: In Würde altern
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"Willst du jetzt erwachsen werden?"

Hat mich n Kumpel gefragt, als er hörte, dass ich jetzt ma vier Wochen nix trinken will (er kennt mich schon lange und weiß, sowas ist nicht passiert, seit ich mein 14. Lebensjahr vollendet hatte). "Nö", hab ich gesagt, dann aber doch drüber nachdenken müssen. Weil ich in letzter Zeit durchaus kopflastiger geworden bin, längst nicht mehr so viel Unfug und Blödsinn im Kopf habe, wie ichs gerne manchmal noch behaupte. Ich mein, versteht mich nicht falsch, ich liebe Blödeleien, das wird mir keiner absprechen können. Aber ich kleide mich mittlerweile dezenter, ich färb mir meine Haare nicht mehr schrill und lasse mir meinen Drei-Tage-Bart manchmal länger als diese stehen, weil sichs langsam verdichtet und nicht mehr ganz so bescheuert aussieht. Soviel zu den Äußerlichkeiten.
Und in meinem Innenleben siehts eigtl nicht viel anders aus. Ich renne meist mit griesgrämiger Miene durch den Tag und klage Gott und die Welt für diese und jene Ungerechtigkeiten an, mit purem Spaß renne ich die Show nicht allzu oft, und wann war ich das letzte mal wirklich zufrieden? Ich krieg zu viele Dinge einfach nicht mehr aus meinem Kopf raus und tanze gedanklich, um mal bei den Worten meiner geliebten Mutter zu bleiben, auf zu vielen Hochzeiten (gut, sie verwendete diese, als sie mir klarmachen wollte, dass ich mit/ab 16 zu viele Partys mitnehmen wollte, aber passen tut's trotzdem). Viel zu oft möchte ich eins meiner Lieblingszitate von Max Liebermann fremden Leuten auf der Straße entgegenschreien und Reaktionen abwarten. Wo isses denn, das beschissene innere Kind, das mir sagt, dass ich mir lieber vom bescheidenen Geld 'ne versinnbildlichte Playmobilhochburg kaufen soll, anstatt Rechnungen zu bezahlen. Wenn ich mich dann von meinen Unisachen mit Serien ablenke, hat das weniger mit dem Lustprinzip zu tun als mit Ablenkung um der Ablenkung Willen. Kleiner, aber feiner Unterschied.

In Würde altern

Und das führt mich auch unweigerlich zur Frage, wie man in Würde alt wird. Das klingt erstmal nach 'ner Phrase, 'ner hohlen, aber nur bei erster Betrachtung. Ich rede ja nicht von den nächsten 10-20 Jahren, nein, da kann man noch gut als Altstudent geltend die Kneipen unsicher machen. Kann man auch später noch, aber irgendwann ist doch der Wendepunkt erreicht, ab dem man dann einsehen muss, dass man am Leben gescheitert ist. Aber was ist die Alternative für einen idealistischen Jungspund? Mit 53 in seiner kleinen Doppelhaushälfte wohnen, einen Hund, zwei Katzen zu haben, eine Frau, mit der man allenthalben vielleicht einmal im Monat noch schläft, jeden Donnerstag eine Skatrunde, wo wenigstens einmal noch man sich richtig betrinkt, um später Streit mit der Ehefrau anzufangen, und einen rotzpubertären Sohn, der mit der gleichen Abscheu aufs Altersbild blickt wie man selbst damals?

Ich hab mir nie viele Gedanken darüber gemacht. Ich ging (und gehe wohl immer noch) stets davon aus, dass sich das alles ergeben wird, dass ich ein gutes Leben werde führen können. Schließlich bin ich klug, gewitzt und hab' ne gute Erziehung genossen. Die eine oder andere Standpauke meines Vaters hat mich zwar dazu aufgerufen, der Kurzweil zu widerstehen, nicht dem Müßiggang zu frönen und statt Alkohol Synapsen in meinem Kopf wirken zu lassen. Artig habe ich dann stets genickt und die Worte schnell wieder vergessen. Wozu Hundekuchen verdienen, wenn ich eh keine steile Karriere anstrebe?, habe ich mich immer gefragt. Aber früher habe ich auch immer, wenn auch spaßeshalber, behauptet, dass ich mit 24 Jahren gewiss stürbe, und so mittlerweile hoffe ich doch, dass das mit mir und der Welt noch ein bisschen länger geht. Klar, Geld macht in dieser Ellenbogengesellschaft nicht glücklich, aber ohne geht's eben doch nicht.

Für'n Studenten im fünften Fachsemester bin ich noch nicht besonders alt, die meisten meiner Kommilitonen sind älter. Von außen muss das strebsam wirken, aber das sehen meine Profs wahrscheinlich anders, als Mustermax bin ich hierzulande nicht bekannt. Trotzdem hab ich 2009 meinen Lebenslauf um die Erfahrung eines studentischen Vertretungslehrers in einer Grundschule in Neukölln bereichert.
Gut, ich arbeite dort nun nicht mehr, aber jeden Mittwoch hab ich da die unterschiedlichsten Gestalten gesehen morgens im Lehrerzimmer. Herrn K. zum Beispiel, der immer ab halb Acht morgens da war, seelenruhig an seinem Kaffee nippte, durch die hiesig größte Tageszeitung blätterte ("CDU kündigt radikalen Sparkurs an", titelte diese, na, wem der wohl zu Lasten fällt, dachte ich) und ganz liebenswürdig aussah. Ich versuche mir vorzustellen, wie der als Student gewesen war, und das muss er schließlich mal gewesen sein, sonst wäre er kein Lehrer. Aber das klappt nicht. Ich schätze, er ist 56 Jahre alt, und sieht so aus, als hätte er die beste Zeit hinter sich. Mit >Jugend< jedenfalls hat er ungefähr so viel zu tun, wie die durchgescheuerte Zahnbürste in meinem Zahnputzbecher drüben im Badezimmer. Da ist nichts mehr vom bubenhaften Schalk in seinen Augen, den mein damaliger Lieblingslehrer (Herr M.) selbst zu seiner Pensionierung noch im Blick getragen hat, und der auch mitverantwortlich für meine Entscheidung für diese Berufslaufbahn war.
Oder Frau S. mit ihrem eingefallenen, leeren und ausgebrannten Gesicht. Als Siebtklässler hätte ich den Begriff "Zombie" wohl am treffendsten gefunden, Mann gut, dass die Grundschulzeit nach sechs Jahren endet (wobei, die Zeiten ändern sich...). Es gibt auch Gegenbeispiele dort, aber im Schnitt sind die jungen Lehrkräfte zwar noch motiviert, aber erschöpft (so wirken sie zumindest), den Gesichtern der älteren kann man vermehrt Grimm und Resignation ablesen. Aber gut, der Schulalltag dort ist auch überdurchschnittlich übel, viele Problemfälle kommen dort zusammen, und nahezu alle Kinder kommen aus prekären Verhältnissen und stören gerne, um Aufmerksamkeit zu kriegen.

Aber dennoch. Ist es das, was mich erwartet? So will ich nicht alt werden, das weiß ich. Ich hab mir immer vorgestellt, ich würde so wie jetzt oder vor ein paar Jahren sein, reifer zwar, aber zu einem gewissen Teil immer noch der alte Kindskopf. Ich weiß nicht, ob's berechtigt ist, sich um diesen Teil zu sorgen, ich hab keine Ahnung, ob ich jemals zum Spießbürger werden könnte, der sich über Kinderlärm beschwert und jeden Sonntagmorgen um acht Uhr aufsteht, um die Straße zu fegen. Es gibt gute Gegenbeispiele, bspw. meine alten Idole, die alten Männer der Toten Hosen. Aber das sind Rockstars, finanziell unabhängig, die sich nie in einen richtigen Berufsalltag fügen mussten. Künstler, frei in ihrer Gestaltung. Und ich? Träume insgeheim davon, erfolgreicher Autor zu sein, schaffe es aber nicht einmal, adäquat zu üben. Lächerlich. Auch wenn ich halbwegs schreiben kann.

Tja, viel Gerede, keine Antwort. Manchem mag das alles überflüssig vorkommen, mag sagen, dass man nur seiner Linie treu bleiben muss. Ich glaube nicht, dass das so einfach ist. Weil sich die Dinge ändern, die Lebensverhältnisse, die Erwartungen, die Einstellung, wenn auch vielleicht nicht die Träume. Aber man verdrängt diese schnell und kriegt einen anderen, nüchternen Blick auf die Dinge. Ich glaube, es ist äußerst wichtig, sich bewusst zu halten, was man früher für Wünsche und Vorstellungen vom Leben und seinem späteren Selbst hatte, um zu fällende Entscheidung adäquat reflektieren zu können. Meine Maxime bleibt jedenfalls, mit den mir lieben Menschen (und das kann man interpretieren, wie man will) 'ne möglichst gute Zeit zu haben und so viel mitzunehmen, wie geht. Ob das klappt, wird sich zeigen.

 

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Du drehst Dich auf der Stelle um,
Der Zorn in Dir, er macht mich stumm.
Du willst mich niemals wiederseh'n;
Glaub' mir, das kann ich gut versteh'n.
Auge um Auge, Zahn um Zahn,
Ein jeder sticht, so tief er kann.
Liebe ist heute nur ein Wort,
Radier' s aus, und wirf mich fort.


Samsas Traum - Rache

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02.02.2010
| 10:00
Zustand: unklar
Musik: Samsas Traum - Satanshimmel voller Geigen

Tag 2
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Also, bisher läufts ganz gut! Ich bin voller Optimismus.

Ich habe im letzten Eintrag vergessen zu erwähnen, dass Steffen die zwölf Biere gewonnen hat. Glückwunsch! Dass das aber nicht jedem sofort ersichtlich war, hat mich allerdings auch ein wenig gewundert. :) Natürlich wars der falsche Imperativ, den die Programmierer (im Namen des Duden!) verwendet hatten: Lies!, und nicht >lese<, schließlich wird bei dem Verb der Stammvokal verändert, und wenn das geschieht, wird nie nie nie ein >e< drangehängt. Ist also vorne und hinten falsch. Duden, schäm dich!

Ja, und somit hat Steffen, der als erster antwortete, zwölf Biere gewonnen.

Prost.

 

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Phantasai, lieb´ Phantasai,
Entbinde mich des Denkens !
So träufle meine Seel´ mir frei
Von Kopf, von Sinn und Weltverstand.
Zerspringen soll der Gläser Rand,
Ihr Klang den Trümmern Leben schenken.
Phantasai, kristallerbaut:
Ich will, daß es mir graut !


Samsas Traum - Phantasai, lieb' Phantasai

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31.01.2010
| 15:48
Zustand: umstritten
Musik: Wise Guys - Die Philosoffen

Vom Schweinehund zum besten Freund
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Der Morgen? Ein Grauen. Nach viel zu vielen Sorten, die man im Eifer des Gefechts durcheinandergetrunken hat, ein bleierner Schädel und das vage Bewusstsein, dass bedeutungsschwangere Gespräche im nebulösen Unterbewusstsein nur noch ein Schatten ihrer selbst, halb verschwunden sind, steht man auf und fragt sich - was war das gestern? Man kocht Kaffee, schaut zur Nachmittagssonne hinaus und fragt sich, ob das nun das Leben ist. Triviale Gedanken in einer trivialen Zeit, die sich immer und immer wieder im Kreis drehen und in Folge der resultierenden Unproduktivität sitzt man den Rest des schönen Tages doch nur lethargisch vorm Blitzkasten oder der Computerschüssel und flüchtet sich ins Internet, in Serien und Filme und, wenns mal gut läuft, in Bücher, um nicht bei sich selbst sein zu müssen. Sei's, weils eigene Leben zu dröge ist und einerseiner mit sich nix Gescheites anzufangen weiß oder weil man drängende Fragen so gut betäuben kann. Ja, das geht leicht.

Aber es ist menschlich. Der Mensch hat nun mal das Bedürfnis zu rauchen, zu saufen, Drogen zu nehmen. Sich der Welt mal zu entziehen. Soweit kann ich ganz gut mit meinem Alkoholismus leben und schäme mich nicht meiner. :)

Angefangen hat das eher durch 'ne Beinahe-Wette mit Steffi, der guten, die sich dann aber doch zierte und kniff, ihr offenbar der Wetteinsatz zu hoch war: Nackt oder, zur Not, in Unterwäsche zur Uni zu gehen und mind. ein Seminar mitzumachen. Sie glaubte dann wohl doch, dass sogar ich es gegebenenfalls hinkriege, mal n Monat lang nix zu trinken. An dieser Stelle: Danke für das Vertrauen!
Na ja, und da ich gerade den dritten Morgen in Folge versoffen aufgewacht bin, dachte ich, och, vielleicht ziehste's ja trotzdem mal durch. So'n bisschen Entschlackerei, gerade abends, schadet gewiss nixe. Höchstens psychisch. Große Geister trinken schließlich entsprechend! Aber egal. Einen Monat mal alkoholfrei? Feuer frei.
 

Ich glaube, der Februar wird scheiße.

 

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Vielleicht wird alles gut,
und Du schläfst friedlich ein.
Mit sechsundsiebzig Jahren,
denn was kann schöner sein?
Dein Leben lang malocht, wie eine Batterie.
Dein Band lief immer geradeaus und stand Dein ganzes Leben lang nie still.


Betontod - Vielleicht

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