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01.07.2010
| 12:26
Zustand: kreativ
Musik: Die Toten Hosen - Wir

Der Heilige Gral
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Sein Herz raste, als er sich umsah, bunte Farben wirbelten wild um ihn herum. Keuchend und schweißüberströmt versuchte er sich aus der Beinfessel, die sich um seine Beine geschlungen hatte, zu befreien, verlor aber das Gleichgewicht und stürzte zu Boden. Mit einem dumpfen Krachen stieß er sich den Kopf an und jaulte auf. Bunte, flackernde Lichtlein tanzten vor seinen Augen, als er sachte seinen Kopf hielt, um das Wummern zu unterdrücken. Wirren Blickes richtete er sich auf, blinzelte, konnte seine Umgebung jedoch nur schemenhaft wahrnehmen. Die Welt drehte sich, mit einem Affenzahn rauschte sie an ihm vorbei, dutzende Sinneswahrnehmungen brachen auf ihn ein – er roch den Himmel und schmeckte die Hölle, seine Augen brannten, überall auf seiner Haut spürte er tausende Spinnenbeinchen, Raben krähten und Hirsche röhrten dumpf aus dem Dickicht von draußen her, sein Magen schlug Purzelbäume. Verzweifelt schlug er einen Moskito tot, der sich an seinem Blut labte. Wie war er nur nach all den Abenteuern, die ihm immer noch die Lider schwer machten, hierher geraten? Die Höhle versprach Unheilvolles. Langsam tastete er sich vor.
Mit einem lauten Knall barst plötzlich die Seitenwand und ein Kobold brach hindurch. Er fuchtelte wild mit seinen Armen und stieß unverständliche Laute aus, aufgeregt gestikulierte er zu einer staubigen Anhöhe hin. Nach einer kurzen Schockstarre folgte er dem Blick des Kobolds und keuchte. In mattem Schein stand dort genau das, was er fortwährend suchte! Er blinzelte ein paar Mal, bis er erregt erkannte, dass Zweifel ausgeschlossen waren: es war der Heilige Gral. Dieser Anblick gab ihm die Kraft für einen erneuten Versuch, sich zu befreien. Er riss sich mit seinen Beinen los, schmiss die Fessel fort, rappelte sich auf, näherte sich der Anhöhe und – ergriff ihn. Mit zittrigem Leib, doch festem Griff hielt er ihn sicher umschlossen und drückte ihn an sich. Er schloss die Augen und atmete tief durch. Eine wohlige Wärme breitete sich langsam in ihm aus, erleichtert seufzte er auf und dankte Gott dafür.
Dann trank er seinen Kaffee aus, wünschte seiner Schwester einen schönen Tag und fuhr zur Uni.
 

*

 

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Everybody is tired, and poor and sick of trying
If you see me on a corner, will you stop or will you splash me?

Take a look at what we've become
Nothing more than silhouettes of
A pretty family, on a postcard, picture perfect

I don't want it!


Billy Talent - This Is How It Goes

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25.05.2010
| 22:26
Zustand: nachdenklich
Musik: Samsas Traum - Tineoidea (WerHatAnDerUhrGedreht RMX)

Zweiundzwanzig Rosinen, vierundzwanzig Uhren
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Zwanzig Kästen Bier, fünfzehn Flaschen Schnaps, zwei Polizeibesuche, ein gebrochener Arm und eine Offenbarung später: Es war ein ereignisreiches Wochenende. Ich möcht' dabei die Gelegenheit nutzen und allen, die mir gratuliert haben, noch mal ein fettes Danke aussprechen. Allen voran euch von außerhalb, die ihr es geschafft habt herzukommen, ich hab mich tierisch darüber gefreut! :) Und n fettes Danke noch für die ganzen tollen Geschenke, ob vegetarischer Verpflegungskorb, Mitternachtsverse, Bücher oder Bierglas, alle sagen mir unglaublich zu. Heute hab' ich mich durch den halben Obstkorb gefuttert und hab teilweise Sachen gegessen, bei denen ich mir nicht mal ganz sicher war, was es eigtl war. Vielen Dank einfach allgemein für den Ausnahmezustand, der den Geburtstag zu was Besonderem werden ließ.

Aber 's war auch komisch heute, nach diesem Remmidemmi hier wieder allein zurückzubleiben, mich um den tristen Unikram zu kümmern und die letzten (noch allzu deutlichen) Spuren von den Tagen zu beseitigen (Scherben, überall!). Diese plötzliche Leere hätte mich fast erdrückt. Und mir tut es übrigens leid, falls jemand das Gefühl haben sollte, dass ich zeitweise zu wenig da war oder mit meinem Mundwerk zu falschen Zeiten falsche Eindrücke geschürt habe. Ich hab' mich über jede/n Einzelne/n extrem gefreut, ich hoff', ihr hattet Spaß. Umso nerviger ist der Alltag nun. Und hier, Bilder! Möcht' ich sehen.

Allen eine gute Nacht!

 

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Doch Märchen sind für Menschen da,
uns Träume zu bereiten,
Und Träume sind zum Leben da,
die Wahrheit zu begleiten.


Samsas Traum - Thanathan und Athanasia

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